Verkostungen, Weinreisen

Weinjahr Österreich 2013

2013 hat in jenen Weinbaugebieten, die ich letzthin bereiste, eines gemeinsam: Es ist ein spannendes und aufregendes Jahr.

Alle Winzer erzählten über die gleichen Herausforderungen und auch über die gleichen Sorgen.

Auf einen sehr langen und kalten Winter folgte ein stark verregnetes Frühjahr. Eine nicht optimal verlaufende Blüte war ein Grund dafür, dass die Ernte wesentlich geringer ausfiel als in normalen Jahren. Zudem brachte eine Hitzewelle im Juni eine von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich stark auftretende Verrieselung der Trauben mit sich. Ein extrem heißer Sommer mit Höchstwerten bis knapp um die 40 ° C im Gebiet um Loiben setzte vor allem dem Grünen Veltliner nochmals stark zu.

Auf diese Klimakapriolen folgte ein „Goldener Herbst“ mit ausgeprägten Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Dies und eine vom Wetter stark unterstützte Lese brachte dann doch noch in fast allen Gebieten eine gute, bei manchen Winzern auch außergewöhnliche Qualität.

Jene Trauben, die in guten Lagen reifen durften und aufgrund der Bodenbeschaffenheit auch ein Mindestmaß an Feuchtigkeit bekamen, konnten den hochsommerlichen Hitzestress gut verkraften.

Andererseits merkt man auch die Probleme dieses Jahrgangs. In Gebieten, wo die Rebe wirklich in Hitze- und Trockenstress kam, zeigen sich die Weine oft bitter und zehrend. Die Frucht ist oft stark im Hintergrund, wenig Harmonie macht die Weine kantig und wenig trinkfreudig.

Es ist sehr erfreulich, dass die Alkoholgradation sich langsam wieder an jene Werte, die wir vor ca. zehn Jahren hatten, anzunähern scheint.

Bei gar einigen Winzerfamilien ist ein Generationswechsel im Gange oder schon vollzogen. Gerade diese jungen und sehr sympathischen Winzersöhne haben erkannt, dass bei großen Weißweinen gerade die richtige „Dosis“ aller Komponenten, somit auch des Alkohols, ein unabkömmlicher Bestandteil für Harmonie, Lagerfähigkeit und Trinkfreude für Jahrzehnte ist.

Andere Probleme und Sorgen gab es beim Riesling. Hier waren sicherlich die hohen und mehr als knackigen Säurewerte sowie der Befall der Trauben mit Botrytis eine große Herausforderung.

Trotz all dieser wirklich schwierigen Aufgaben gelang es einigen Produzenten wunderbare Rieslinge auf die Flasche zu bringen. Auch bei dieser Rebsorte ist der moderate Alkoholgehalt für unsere Gaumen wie Balsam. Einige Rieslinge in „Smaragd“ Qualität werden mit den ganz großen Jahrgängen der letzten 25 Jahre mithalten können.
Die Verkostungen während dieser Reise in die österreichischen Weinbaugebiete lassen sicherlich auch Spitzenweine erwarten, die an legendäre Jahrgänge wie 1999 oder auch 2006 anschließen könnten.

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