Weinreisen

Weingut Schäfer – Fröhlich

Tim Fröhlich

Tim Fröhlich

Tim Fröhlich vermittelt von Anfang an den Eindruck großer Selbstsicherheit. Ruhig und gelassen wird man als Verkoster in eine hochinteressante und faszinierende Weinwelt geführt.

Mir kam fast so vor, als ginge man einen geologischen Weg durch eines der spannendsten Weinbaugebiete Deutschlands. Die Nahe ist wirklich einzigartig. Dieses kleine Weinbaugebiet, mit seinen ganz speziellen Lagen, gibt dem Riesling so viel Charakter und verschiedene Gesichter, wie es sonst nur ganz wenige Lagen vermögen.

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Gutsriesling 2013 (Fassprobe)

Schon dieser Einstiegswein ist mehr wie eine Visitenkarte. Nicht zu wuchtig, aber auch nicht klein, sehr ausgewogen und wunderbar saftig, im Abgang ein typisches aber nicht vordergründiges Rieslingfinale, so  zeigt sich dieser 2013er. Bereits hier merkt man, dass in einer als schwierig definierten Ernte man doch einiges finden kann das wirklich Freude macht.

Vulkangestein

Vulkangestein

Riesling vom Vulkangestein 2013: (Fassprobe)

Ein Riesling feinster Gliederung. Sehr komplex, seine zarte Frucht erinnert an frisches Obst, im Hintergrund schöne Exotik  spürbar.

Animierend und sehr trinkfreudig. Wunderbarer Begleiter, in keinem Moment aufdringlich.

Riesling vom Schiefergestein 2013

Dieser  Wein wurde in  einer wunderbaren fast 70 % steilen Südlage aus Bockenau gelesen. Hoher Schieferanteil im Boden, gibt diesem Wein den cremigen, ja fast an Bergkräuter erinnernden Charakter. Welch ein Unterschied zum Riesling vom Vulkangestein, obwohl dahinter dieselbe Hand und dieselbe Leidenschaft eines Winzers steht. Böden so zu zeigen, kann in einem so ausgeprägtem Masse eben nur Riesling. Feinheit, eine auf Mineralik gebettete Frucht und eine samtige ausgewogene aber präsente Säure dominieren den Abgang.

Roter Schiefer und Quarzit

Roter Schiefer und Quarzit

Riesling Großes Gewächs „Frühlingsplätzchen“ 2013 (Fassprobe)

Natürlich ist dieser Wein noch reduktiv. Aber hier spürt man nun wirklich diese Mineralik, die zu beschreiben es gar nicht immer einfach ist. Salzigkeit und eine kräutrige Würze im Ansatz, nach längerem schwenken, in einem wunderbaren Zalto Glas, nimmt der Duft nach reifer Grapefruit und dezenter Exotik konstant zu. Kraftvoll, lang und trotzdem leicht, zeigt sich ein gerne genommener zweiter Schluck.

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Riesling Großes Gewächs „Felsenberg“ 2013: (Fassprobe)

Porphyr und Feuerstein dominieren den Boden wo die Reben des Felsenecks wurzeln. Das erste mal kommt Ruhe und schweigen unter den anwesenden Verkostern auf. Fällt dieser Wein ein wenig aus der Reihe? Auf jeden Fall zeigt er sich heute etwas ermüdet. Vielleicht will er sich nach einer langen und an Kräften zehrenden Gärung nun etwas ausruhen. Schlummert hier vielleicht Potential für die Zukunft?

Wir werden im Frühjahr nachkosten, dann wissen wir mehr.

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Riesling Großes Gewächst „Stromberg“ 2013: (Fassprobe)

Ein Wein, genauso wie die Lage und der Boden wo er gedeiht. Karge felsige sehr steile Böden vulkanischen Ursprungs, Reben die über 60ig Jahre alt und großteils noch wurzelecht sind und eine Landschaft wo die Flurbereinigung aufgrund des unter Schutz gestellten Gebietes nicht gemacht wurde, dies sind die Eigenschaften die dieser Rebensaft einem als Visitenkarte in die Hand drückt.  Ruppig, sehr drahtig und fast unter Strom stehend, so zeigt sich dieser Jungwein. Tief, leicht taninbetont und doch so saftig dass die Zunge im Abgang gerne ins Schnalzen kommt, dies habe ich mir bei dieser Probe notiert.

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Riesling Großes Gewächs „Felseneck“ 2013: (Fassprobe)

Welch eine Wohltat für Nase und Gaumen. Nach dem Sromberg kommt hier ein echter Schmeichler des Weges. Blauer Schiefer dieser Lage, verleihen diesem Jungwein bereits jetzt schon eine  ausgeprägte, saftige und animierende Trinkfreude. Wunderbare Länge mit einer fast fliegenden Mineralik, die von einer samtigen Frucht getragen wird, geben diesem Wein Charme und Finesse. Schlummert hier wieder ein unvergesslicher Felseneck, dem einige Verkoster der schreibenden Zunft 20/20 gegeben haben?

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