Verkostungen

Weineinkauf, kein leichtes Unterfangen

Nun sind sie vorbei, die großen  italienischen Weinevents.

Summa 2014, wie jedes Jahr eine tolle Veranstaltung. Perfekt organisiert, vom Parken bis zur Abreise fühlt man sich umsorgt.

Zur Summa kann nicht jeder Winzer kommen. Es wird sorgfältig gewählt, wer seine Weine zeigen darf. Somit ist schon ein bestimmtes Qualitätsniveau vorgegeben.

Ich beschäftigte mich vorwiegend mit Rotweinen.

Das Weingut Due Mani von Luca D´Attoma hatte ich schon länger im Kopf. Ganz egal wo dieser Name auftaucht, fast immer sind Weine die seinen Stempel tragen etwas Besonderes. Sein eigener kleiner Betrieb „Due Mani“ damit bezeichnet er seine Hände und jene seiner Frau, hat sich in kurzer Zeit zu einem klingenden Namen emporgearbeitet.

Ich verkostete seinen Ciffra 2012, wenn man so will ist dies sein Basiswein. Dieser reinsortige Cabernet Franc überraschte mich. Elegant, sehr einladend nicht zu breit und trotzdem eine schöne Länge. Sehr trinkfreudig. Spannend und saftig im Gaumen.

In diesem von Demeter zertifizierten biodynamisch arbeitenden Betrieb werden noch 3 weitere Weine gekeltert. Altrovino, eine Cuvée von 50 % Merlot und 50 % Cabernet Franc, Duemani, wieder ein über dem Basiswein stehender Cabernet Franc und als Spitze der „Sui Sassi“, 100 % Syrah.

Ich kostete diese Weine 2 mal an zwei verschiedenen Tagen. Meine große Sympathie hatte immer noch der „kleine Cifra“. Was so oft im Einkauf gilt, beim Wein kommt das oft ganz besonders zur Geltung. Nicht immer ist das teuerste auch das wertvollste.

Summa (7)

Beim durchwandern der alt ehrwürdigen Räume vom Ansitz Hirschbrunn staunte ich nicht wenig, als da das von mir so geschätzte Weingut Valentini mit einem eigenen Stand zu Gast war. Das Ehepaar Valentini war selbst vor Ort, schön diese wirklich einzigartigen Persönlichkeiten wieder mal zu treffen.

Er zeigte seinen Trebbiano 2011. Oft erzähle ich meinen Gästen, Mitarbeitern und Kunden, dass Valentini nun schon seit Jahrzehnten mit den besten Weißwein Italiens in die Flasche bringt. Diese Probe war bezeichnend und eine Bestätigung dessen was Insider schon so lange wissen. Einzigartig, einfach Valentini. Wenn man Mineralik im Wein finden kann, dann ist sie in diesem wunderbaren aber immer sehr eigenen Weißwein ganz besonders präsent. Welch ein Genuss, diesen Wein so wie bei Proben üblich zu spucken, ist gar nicht so einfach.

Cerasuolo, ein oft verkannter kleinerer Bruder. Dieser Rosé aus dem Jahrgang 2012 geht in die gleiche Richtung. Obwohl etwas mehr Alkohol, mehr Kraft und mehr Dichte, im Gaumen kommt diese wunderbare, fast fliegende Leichtigkeit und im Abgang diese Tiefe samtige Länge die sehr präzise und lange im Gaumen steht.

Nach den Weinen von Valentini bedarf es einer kurzen Pause und eines Schluck Wassers.

Summa (6)

Visavis stehen die Weine von Le Macchiole, ein Weingut mit persönlichem Bezug. Luca D´Attoma steht für die önologische Beratung. Seine Handschrift ist deutlich zu finden.

Rosso Bolgheri 2012: Gut, schöner Ansatz in der Nase, Gaumen sehr gefällig. Im Abgang etwas alkoholisch geprägt, dir schöne Fruchtansatz wird leider etwas verdeckt.

Paleo 2010: wieder ein reinsortiger Cabernet Franc. Schon die Nase animiert, trotz seiner Jugend etwas verhaltene aber sehr dichte Frucht. Leicht ledrig, in der Tiefe wunderbare reife Beeren, im Gaumen lang, männlich kräftige aber nicht störende Tanine, vielleicht einer der besten Paleos die ich bis jetzt probiert habe.

Scrio 2010, 100 % Syrah: noch zu jung, um seine ganze Komplexität und seine noch versteckten Fruchtansätze zu entdecken. In der Tiefe, vor allem im Abgang zeigt er diesen verhaltenen aber sehr sauberen und vielschichtigen Fruchtansatz. Sehr lang, noch leicht staubige Tanine die die Eleganz verdecken. Vielleicht ein Wein für die Zukunft?

Messorio 2010 100% Merlot: schwer zu beschreiben. Kann Merlot in Bolgheri überhaupt eine Heimat finden. Ich weiss es nicht. Sicherlich ein guter Wein. Die Probe die man mir auf Summa zeigte muß mich erst bei einer nächsten Probe überzeugen. Wer den Preis dieses Weines weiß, wird sicherlich auch gerne ein zweites Mal nachkosten.

Wo Montevertine seine Weine zeigt muss man sich kurz zur Verkostung anstellen. Mich interessierten nur die beiden Roten. Rosso Montevertine und Le Pergole Torte.

Summa (4)

Montevertine 2011 (Sangiovese, Canaiolo und Colorino):

Auch in diesem sehr warmen und trockenen Jahrgang ist es Herrn Manetti gelungen einen frischen und sehr trinkfreudigen Wein auf die Flasche zu bringen. Gerade durch diese traditionelle Klassik macht dieser Wein jedes Jahr aufs neue viel Freude. Weine aus dem Chianti Classico können uns Weinfreunden immer noch viel Freude bereiten. Die Winzer die das schaffen werden leider immer weniger. Das Weingut Montevertine, das immer seiner von Sergio Manetti eingeschlagenen Linie treu geblieben ist, gehört sicherlich zu den großen Spielern dieser Gegend.

Le Pergole Torte 2011: Die „Sangioveto“ Traube kann sich wohl kaum charmanter und sympatischer zeigen.  Hr. Manetti wird wohl einer der letzten sein, dem es Jahr für Jahr gelingt diese sicherlich nicht einfach zu vinifizierende Traube in solcher Perfektion auf die Flasche zu bringen. Alle Komponenten die wir in einem wirklich guten Rotwein suchen, finden wir in diesem Wein in Harmonie und Ausgewogenheit.

Ja, was ist noch aufgefallen. Sicherlich die beiden Teroldego aus der Amphore von Foradori. Emilio Zierock der Sohn des in Weinkreisen unvergesslichen Rainer Zierock geht wohl den Weg seines Vaters und zeigt schon mit seinen ersten Weinen Mut zu Risiko und Freude an Neuem. Vor allem sein Morrei 2012 macht mir richtig Spaß. Schwer zu vergleichen mit anderen Weinen, gerade dies macht ihn besonders interessant und seine ganz besondere Geschichte wird wohl noch oft von Sommeliers die mit Leidenschaft ihren Beruf ausüben erzählt werden.

Summa (3)

Es waren noch einige klingende Namen zu Gast. Castello di Ama, Biserno, Podere Forti, Petrolo und viele mehr. Ich habe mich wirklich bemüht gut und konzentriert zu verkosten.

Erwähnen möchte ich aber keinen Wein mehr. Die Preise die manche dieser Weinproduzenten, ich nenne diese bewusst nicht Winzer, noch immer für sehr technische und oft gezehrte und hochkonzentrierte Weine haben möchten lassen einem erstarren.

Vinitaly (1)

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